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Politik · 27.07.2026 06:27

Damaskus - Syrischer Präsident al-Scharaa strebt Sicherheitsabkommen mit Israel an

Kurz: Der syrische Übergangspräsident Ahmed Al-Scharaa signalisiert Gesprächsbereitschaft für ein Sicherheitsabkommen mit Israel, um künftige Konflikte zu vermeiden.

Neue diplomatische Signale aus Damaskus

In einer bemerkenswerten diplomatischen Initiative hat der syrische Übergangspräsident Ahmed Al-Scharaa den Wunsch nach einem Sicherheitsabkommen mit Israel geäußert. Wie Al-Scharaa in einem Interview mit dem Fernsehsender Al-Dschasira erklärte, könnte ein solches Abkommen als entscheidender Schritt für einen umfassenden Friedensprozess zwischen den beiden Staaten dienen. Das erklärte Ziel sei es, künftige militärische Konfrontationen proaktiv zu verhindern.

Die Position zu den Golanhöhen

Trotz der ausgestreckten Hand in Richtung Israel hält die syrische Führung an ihrer territorialen Grundhaltung fest. Al-Scharaa betonte, dass die angestrebte Sicherheitsvereinbarung keinesfalls einen Verzicht auf den syrischen Anspruch auf die Golanhöhen bedeute. Die Region, die Israel im Sechstagekrieg 1967 besetzte und 1981 offiziell annektierte, bleibt somit ein zentraler Streitpunkt in den bilateralen Beziehungen.

Kontext der aktuellen Sicherheitslage

Die Äußerungen des Übergangspräsidenten fallen in eine Phase hoher diplomatischer Aktivität. Zeitgleich besuchte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, Syrien. Im Rahmen dieses Besuchs appellierte Guterres an Israel, die Souveränität und die territoriale Integrität Syriens zu respektieren.

Die Sicherheitslage ist seit dem Sturz des langjährigen syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Dezember 2024 massiv angespannt. In der Folge dieses Machtwechsels waren israelische Truppen auf syrisches Territorium vorgedrungen und hatten strategisch bedeutsame Gebiete besetzt. Die aktuelle Initiative Al-Scharaas könnte als Versuch gewertet werden, den militärischen Status quo zu stabilisieren und die israelische Präsenz auf syrischem Boden durch diplomatische Kanäle zu regulieren.

Perspektiven und Herausforderungen

Ob ein Sicherheitsabkommen tatsächlich zu einer dauerhaften Beruhigung der Lage führen kann, bleibt abzuwarten. Die Komplexität der Beziehungen zwischen Damaskus und Jerusalem, geprägt durch Jahrzehnte der Feindseligkeit und die ungeklärte Frage der Golanhöhen, stellt hohe Anforderungen an die Diplomatie.

Die nächsten Schritte werden davon abhängen, ob Israel auf das Angebot eingeht und inwieweit die internationale Gemeinschaft, insbesondere unter Einbindung der UNO, als Vermittler fungieren kann. Der Fokus liegt derzeit auf der Vermeidung weiterer Eskalationen, während die territoriale Integrität Syriens für die Übergangsregierung ein zentrales politisches Anliegen bleibt.

Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/syrischer-praesident-al-scharaa-strebt-sicherheitsabkommen-mit-israel-an-100.html