Ein Zeichen für die Zukunft: Landkreis Kassel ehrt vorbildliche Schulen
Im Landkreis Kassel hat der Klimaschutz einen festen Platz im schulischen Alltag gefunden. Am 1. Oktober 2026 wurden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in der Baunataler Brüder-Grimm-Schule die erfolgreichsten Bildungseinrichtungen für ihr Engagement im vergangenen Jahr geehrt. Insgesamt 73 Schulen nehmen an dem landkreisweiten Projekt „Clever fürs Klima“ teil, das darauf abzielt, das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schärfen und den ökologischen Fußabdruck der Schulen zu verringern. Die Auszeichnung der jeweils fünf besten Schulen in den Kategorien „Klimaaktivitäten“ und „Energiesparen“ unterstreicht, wie ernst die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte die Herausforderungen des Klimawandels nehmen. Dabei geht es nicht nur um theoretisches Wissen, sondern vor allem um die praktische Umsetzung im Schulalltag. Durch die Reduzierung von Strom-, Wasser- und Abfallverbräuchen leisten die Schulen einen messbaren Beitrag zur Entlastung des kommunalen Haushalts und zeigen gleichzeitig, dass verantwortungsvolles Handeln bereits in jungen Jahren beginnt. Die Veranstaltung bot den Beteiligten eine Plattform, um ihre Erfolge zu feiern und sich gegenseitig für weitere Maßnahmen zu motivieren.
Details zu den Auszeichnungen und den Bewertungskriterien
Die Auswahl der Preisträger basierte auf einem durchdachten Punktesystem, das sicherstellen soll, dass alle Schulen unabhängig von ihrer Größe oder dem baulichen Zustand ihrer Gebäude faire Chancen auf eine Auszeichnung haben. In der Kategorie „Klimaaktivitäten“ konnten sich die Schulen durch die Teilnahme an Projekten, Workshops und speziellen Aktionstagen profilieren. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Grundschule Dörnberg, die den ersten Platz belegte. Sie überzeugte unter anderem mit einem „laufenden Schulbus“, bei dem Kinder gemeinsam zur Schule gehen, um Emissionen zu vermeiden. Zudem organisierte die Schule einen Second-Hand-Basar und führte den „Waldforschertag“ durch. Zu den weiteren prämierten Schulen in dieser Kategorie zählen die Lilli-Jahn-Schule, die Grundschule Simmershausen, die Elisabeth-Selbert-Schule, die Schule im Erlenhof sowie die Theodor-Heuss-Schule Baunatal und die Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule. Im Bereich „Energiesparen“ wurden die Verbrauchsdaten für Strom und Heizenergie über ein systematisches Energiemanagement erfasst. Hier sicherten sich die Brüder-Grimm-Schule Baunatal, die Grundschule Heckershausen, die Grundschule Dörnberg, die Grundschule Niederkaufungen sowie die Grundschule Frommershausen die Spitzenplätze. Die Datenbasis für die Klimaaktivitäten wurde zudem durch gezielte Fragebögen ergänzt, die einen tiefen Einblick in die tägliche Arbeit der Schulen gaben.
Der Hintergrund des Erfolgsmodells „Clever fürs Klima“
Das Projekt „Clever fürs Klima“ ist keineswegs eine kurzfristige Initiative, sondern ein etabliertes Programm, das bereits seit dem Jahr 2018 im Landkreis Kassel existiert. Als Schulträger hat der Landkreis das Ziel, alle 73 Schulen in seinem Zuständigkeitsbereich aktiv bei der Einsparung von Ressourcen zu unterstützen. Die Initiative ist als ganzheitliches Konzept angelegt, das über die reine Datenerfassung hinausgeht. Ergänzend zu den technischen Maßnahmen stehen den Schulen umfangreiche pädagogische Angebote zur Verfügung, die das Thema Klimaschutz fest im Lehrplan verankern sollen. Die Umsetzung des Projekts erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Energieagentur „Energie 2000“ e.V., die als fachlicher Partner fungiert. Diese Agentur bietet nicht nur pädagogische Unterstützung für die Schülerschaft und das Lehrpersonal an, sondern führt auch regelmäßige Energierundgänge und sogenannte Energietreffs gemeinsam mit den Hausmeistern durch. Durch diese enge Verzahnung von technischer Expertise und pädagogischer Vermittlung ist es gelungen, ein Bewusstsein für den Wert von Energie und natürlichen Ressourcen zu schaffen, das weit über das Schulgelände hinausreicht und die gesamte Schulgemeinde einbezieht.
Die Akteure hinter der Initiative
An dem Erfolg des Projekts sind zahlreiche Akteure beteiligt, die auf unterschiedlichen Ebenen agieren. Umweltdezernent Thomas Ackermann betont die Bedeutung der Initiative für den Landkreis und hebt hervor, dass die Schulen durch ihre Einsparungen einen direkten Beitrag zur Haushaltsentlastung leisten. Auf operativer Ebene koordiniert die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, Merle-Theresa Bartling, die Aktivitäten. Sie unterstreicht, dass die Vielfalt der Aktionen und Initiativen an den Schulen beeindruckend sei und der Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert im Alltag verleihe. Besonders wichtig ist zudem die Rolle der Energieagentur „Energie 2000“ e.V., die als externer Dienstleister die fachliche Betreuung übernimmt und als Schnittstelle zwischen Verwaltung und Schule fungiert. Nicht zuletzt sind es die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte vor Ort, die durch ihr tägliches Handeln – sei es beim bewussten Umgang mit Licht und Heizung oder durch die Organisation von Projekttagen – das Projekt mit Leben füllen. Auch die Hausmeister spielen eine zentrale Rolle, da sie als Experten für die Gebäudetechnik direkt in die Energierundgänge einbezogen werden.
Einordnung der Ergebnisse und die überregionale Bedeutung
Einzuordnen ist das Projekt „Clever fürs Klima“ als ein regionales Erfolgsmodell, das mittlerweile weit über die Grenzen des Landkreises Kassel hinaus Beachtung findet. Den Berichten zufolge haben andere Kommunen und kreisfreie Städte, darunter die Stadt Kassel, das Konzept bereits erfolgreich übernommen und auf ihre eigenen Kindertagesstätten und Schulen übertragen. Dies deutet darauf hin, dass die Kombination aus messbaren technischen Zielen und pädagogischer Begleitung ein effektives Instrument für den kommunalen Klimaschutz darstellt. Die Auszeichnung der Schulen ist dabei nicht nur eine Anerkennung für das Erreichte, sondern dient auch als Anreiz für andere Einrichtungen, ihre Anstrengungen zu intensivieren. Dass Schulen unabhängig von ihrer baulichen Substanz durch ihr Verhalten punkten können, macht das System besonders inklusiv. Die Bewertung zeigt, dass Klimaschutz kein Privileg moderner Neubauten ist, sondern durch das Engagement jedes Einzelnen – vom Grundschulkind bis zum Hausmeister – in jeder Einrichtung gelingen kann. Die Anerkennung durch den Landkreis verleiht diesem Engagement zudem die nötige öffentliche Wertschätzung.
Offene Fragen und der Blick nach vorn
Obwohl das Projekt „Clever fürs Klima“ eine klare Struktur aufweist, bleiben einige Aspekte im Quelltext unbeantwortet. So wird nicht explizit dargelegt, wie hoch die tatsächlichen Einsparungen an Energie und Wasser in absoluten Zahlen seit Projektbeginn ausgefallen sind. Auch die genaue Gewichtung der Kriterien im Fragebogen für die Kategorie „Klimaaktivitäten“ wird nicht im Detail erläutert, was die Vergleichbarkeit der einzelnen Maßnahmen für Außenstehende erschwert. Zudem bleibt offen, welche spezifischen finanziellen Anreize oder Fördergelder die prämierten Schulen neben der öffentlichen Anerkennung erhalten, um ihre Klimaschutzarbeit fortzusetzen. Auch über die langfristige Finanzierung des Projekts durch den Landkreis über das Jahr 2026 hinaus finden sich im vorliegenden Text keine Informationen. Es bleibt ebenso unklar, ob und wie die Schulen bei der Umsetzung der Maßnahmen auf externe finanzielle Unterstützung durch Sponsoren angewiesen sind oder ob das Budget vollständig durch den Landkreis getragen wird. Diese Lücken lassen Raum für weitere Berichterstattung über die ökonomischen Aspekte des Programms.
Wie es weitergeht
Das Projekt „Clever fürs Klima“ ist als kontinuierlicher Prozess angelegt. Da es sich um eine jährliche Auszeichnung handelt, ist davon auszugehen, dass die Schulen ihre Bemühungen auch im laufenden Schuljahr fortsetzen werden, um bei der nächsten Prämierung erneut erfolgreich zu sein. Die Zusammenarbeit mit der Energieagentur „Energie 2000“ e.V. bleibt bestehen, sodass die pädagogischen Angebote sowie die Energierundgänge weiterhin fest in den Schulalltag integriert sind. Der Landkreis Kassel hält an seinem Ziel fest, die 73 Schulen in seinem Gebiet langfristig bei der Senkung ihres Verbrauchs zu begleiten. Da das Modell bereits von anderen Städten und Kommunen adaptiert wurde, ist mit einem weiteren Austausch über Best-Practice-Beispiele zwischen den verschiedenen Bildungsträgern zu rechnen. Konkrete Termine für die nächste Preisverleihung oder weiterführende Meilensteine wurden im aktuellen Bericht nicht genannt, doch der Erfolg der Veranstaltung vom 1. Oktober 2026 deutet darauf hin, dass das Projekt auch in Zukunft ein zentraler Bestandteil der Klimaschutzstrategie des Landkreises bleiben wird.