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Chery: Diese China-Marke startet in Deutschland völlig ohne Elektroauto
Auto · 19.08.2026 09:26

Chery: Diese China-Marke startet in Deutschland völlig ohne Elektroauto

Kurz: Der chinesische Autobauer Chery plant für 2027 den Markteintritt in Deutschland – und setzt dabei überraschend auf Hybridantriebe statt auf reine Elektroautos.

Ein strategischer Markteintritt ohne E-Antrieb

Der chinesische Automobilhersteller Chery bereitet derzeit seinen offiziellen Markteintritt in Deutschland vor. Während viele Wettbewerber aus China, wie etwa BYD, Geely oder MG, primär mit einer Elektro-Offensive auf dem europäischen Markt punkten wollen, schlägt Chery einen anderen Weg ein. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, plant das Unternehmen den Verkaufsstart für das Frühjahr 2027. Besonders bemerkenswert ist dabei die Antriebsstrategie: Entgegen dem allgemeinen Markttrend setzt der Konzern beim Deutschlandstart nicht auf reine Elektroautos, sondern fokussiert sich vollumfänglich auf Modelle mit Hybridantrieb. Diese Entscheidung markiert eine deutliche Abkehr von der Strategie vieler anderer chinesischer Marken, die Deutschland vor allem als Absatzmarkt für ihre batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV) betrachten. Chery bringt für diesen Schritt gleich vier verschiedene SUV-Modelle der sogenannten Tiggo-Familie mit, die das Portfolio für den deutschen Markt bilden sollen. Damit positioniert sich der Hersteller als Alternative für Kunden, die zwar Interesse an moderner chinesischer Fahrzeugtechnik haben, aber noch nicht vollständig auf einen rein elektrischen Antrieb umsteigen möchten oder können.

Details zum Portfolio und zur Unternehmenshistorie

Die Chery Group ist keineswegs ein Neuling in der Branche, sondern zählt zu den größten Akteuren auf dem chinesischen Markt. Das im Jahr 1997 gegründete Unternehmen verzeichnet nach eigenen Angaben ein jährliches Wachstum von 70 Prozent und konnte im Jahr 2025 weltweit rund 2,8 Millionen Fahrzeuge absetzen. Ein beachtlicher Teil davon, nämlich mehr als 1,3 Millionen Einheiten, entfiel auf den Export. Seit nunmehr 23 Jahren führt Chery die Exportstatistik für Pkw-Hersteller in China an. Die technische Basis für die Fahrzeuge ist breit gefächert: Chery unterhält weltweit acht Entwicklungszentren, von denen sich eines strategisch günstig in Raunheim nahe dem Frankfurter Flughafen befindet. Die technische Kompetenz des Unternehmens wird auch international geschätzt; so bezog bereits Fiat Motoren aus der Produktion in Wuhu. Zudem lizenziert der koreanische Hersteller KGM Plattformtechnologien von Chery. Auch Jaguar Land Rover zeigt sich von der Expertise überzeugt und setzt bei künftigen Freelander-Elektroautos auf eine Architektur aus dem Hause Chery. In Deutschland ist der Konzern bereits durch die Marken Omoda und Jaecoo präsent, nun folgt die Kernmarke mit den Tiggo-Modellen.

Der Hintergrund der Modellpolitik

Die Entscheidung, in Deutschland mit der Tiggo-Familie zu starten, basiert auf einer bereits bestehenden Modellpalette, die in anderen Weltregionen schon seit Jahren etabliert ist. Mit Ausnahme des Flaggschiffs Tiggo 9, das erst im Jahr 2023 auf den Markt kam, handelt es sich bei den für Deutschland vorgesehenen Fahrzeugen nicht um Neuentwicklungen. Sie sind in anderen internationalen Märkten bereits seit geraumer Zeit erhältlich und erprobt. Dass Chery ausgerechnet jetzt den Schritt nach Deutschland wagt, ist vor dem Hintergrund der bisherigen Abwesenheit der Kernmarke auf dem hiesigen Markt bemerkenswert. Während andere chinesische Hersteller den deutschen Markt bereits seit Längerem bearbeiten, hat Chery bisher vor allem durch die Tochtermarken Omoda und Jaecoo auf sich aufmerksam gemacht. Die nun geplante Expansion der Kernmarke unterstreicht das wachsende Selbstbewusstsein des Konzerns, der seine globale Präsenz durch den deutschen Markt weiter festigen will. Die technologische Basis aus den acht Entwicklungszentren bietet dabei das Fundament, um die Fahrzeuge an die spezifischen Anforderungen und regulatorischen Rahmenbedingungen des europäischen Marktes anzupassen, auch wenn der Fokus primär auf Hybridantrieben liegt.

Die Akteure und ihre Rollen

Die Chery Group agiert als zentraler Akteur und Entscheidungsträger in diesem Expansionsprozess. Mit der Gründung der Marke im Jahr 1997 und dem stetigen Ausbau der Produktionskapazitäten in Wuhu hat sich das Unternehmen eine starke Basis geschaffen. In Deutschland wird die Präsenz durch das Entwicklungszentrum in Raunheim gestärkt, das als Schnittstelle für technische Anpassungen fungiert. Die bereits existierenden Marken Omoda und Jaecoo dienen dabei als Wegbereiter für den Konzern. Auf der anderen Seite stehen Kooperationspartner wie Jaguar Land Rover oder KGM, die durch die Nutzung von Chery-Plattformen die technologische Relevanz des Unternehmens unterstreichen. Die Entscheidung für den Hybridantrieb beim Deutschlandstart ist eine strategische Weichenstellung der Konzernführung, die sich bewusst vom reinen Elektro-Fokus der Konkurrenz abhebt. Es ist ein Balanceakt zwischen der Etablierung der Kernmarke und der Nutzung bereits existierender, bewährter Plattformen, die durch die langjährige Erfahrung in der Automobilproduktion gestützt werden.

Einordnung und offene Fragen

Einzuordnen ist dieser Markteintritt als Versuch, eine Nische zu besetzen, die von vielen reinen E-Auto-Anbietern vernachlässigt wird. Den Berichten zufolge setzt Chery auf die Robustheit und die bewährte Technik seiner Tiggo-Modelle, um das Vertrauen deutscher Kunden zu gewinnen. Während die technologische Expertise durch die Kooperationen mit etablierten Marken wie Jaguar Land Rover unbestritten ist, bleibt abzuwarten, wie der deutsche Markt auf die Entscheidung reagiert, auf reine Elektroautos zum Start zu verzichten. Es stellen sich jedoch einige Fragen, die der Quelltext bisher nicht beantwortet. So bleibt unklar, welche spezifischen Hybrid-Technologien (Plug-in oder Vollhybrid) in den deutschen Tiggo-Modellen zum Einsatz kommen werden. Auch die Preisgestaltung, die für den Erfolg in Deutschland entscheidend ist, wurde noch nicht kommuniziert. Ebenso bleibt offen, wie das Vertriebsnetz in Deutschland konkret aussehen soll, etwa ob Chery auf eigene Autohäuser setzt oder Kooperationen mit bestehenden Händlern eingeht. Auch die genauen technischen Spezifikationen der für Deutschland angepassten Modelle sind noch nicht im Detail bekannt, da es sich um bereits bestehende Fahrzeuge handelt, die für den europäischen Markt homologiert werden müssen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/weisse-autos-auf-stadtischer-strasse-an-einem-sonnigen-tag-31357241/ · Foto: fjeijf bfiqbfcq
Quelle: https://www.handelsblatt.com/mobilitaet/motor/chery-diese-china-marke-startet-in-deutschland-voellig-ohne-elektroauto/100248239.html