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Bundesliga legt Strafe fürs Bedecken des Mundes fest
Sport · 28.07.2026 17:34

Bundesliga legt Strafe fürs Bedecken des Mundes fest

Kurz: Die Bundesliga führt neue Regeln ein: Das Bedecken des Mundes bei Streitigkeiten wird künftig sanktioniert. Wir zeigen, was sich für Spieler und Fans ändert.

Neue Disziplinarmaßnahmen in der Bundesliga

Der deutsche Profifußball führt eine neue Regelung ein, die das Verhalten von Spielern bei verbalen Auseinandersetzungen auf dem Platz betrifft. Künftig wird das Bedecken des Mundes mit der Hand während einer Konfrontation mit dem Gegner sanktioniert. Die DFB-Schiedsrichter-GmbH unter der Leitung von Knut Kircher sowie die Kommission Fußball haben festgelegt, dass dieses Vergehen mit einer Gelben Karte geahndet wird.

Abgrenzung zum internationalen Standard

Die Entscheidung markiert eine deutliche Abweichung von der Praxis bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Dort wurde das Verdecken des Mundes bei Streitigkeiten noch mit einem Platzverweis bestraft. Prominente Beispiele für diese harte Linie waren die Spieler Miguel Almirón aus Paraguay und Piero Hincapié aus Ecuador, die aufgrund dieser Regel des Feldes verwiesen wurden. Die Bundesliga orientiert sich bei ihrer Entscheidung an den Vorgaben der UEFA, die sich bereits gegen die Übernahme einiger WM-Regeln ausgesprochen hatte.

Anpassungen bei Spielverzögerungen und Auswechslungen

Neben der neuen Regelung für verbale Konfrontationen gibt es weitere Anpassungen im Regelwerk, die das Ziel haben, den Spielfluss zu erhöhen und Zeitspiel zu minimieren:

* **Fünf-Sekunden-Countdown:** Diese Regel gilt nun nicht mehr nur für Torhüter, die den Ball zu lange halten, sondern erstreckt sich auch auf Einwürfe und Abstöße. Wird das Spiel innerhalb dieses Zeitfensters nicht fortgesetzt, wechselt der Ballbesitz zur gegnerischen Mannschaft.

* **Beschleunigte Auswechslungen:** Teams müssen künftig zügiger wechseln. Verzögerungen führen dazu, dass die Mannschaft für eine Minute in Unterzahl agieren muss.

* **Behandlungspausen:** Spieler, die auf dem Feld behandelt werden müssen, müssen den Platz für eine Minute verlassen, bevor sie wieder eingreifen dürfen. Ausnahmen gelten für medizinische Versorgungen nach Zusammenprallen, Kopfverletzungen oder Fouls, die eine persönliche Strafe nach sich ziehen.

Erweiterte Befugnisse für den Video-Assistenten

Die Rolle des Video Assistant Referee (VAR) wird in der 1. und 2. Bundesliga gestärkt. Eine verpflichtende Überprüfung findet nun statt, wenn eine zweite Gelbe Karte zu einem Platzverweis führt. Damit folgt die Liga einer Regelung, die bereits bei der WM Anwendung fand.

Dennoch gibt es nationale Besonderheiten: Während die Bundesliga viele internationale Vorgaben übernimmt, bleibt sie in einem Punkt eigenständig. Im Gegensatz zu anderen Wettbewerben sollen Eckbälle im deutschen Profifußball weiterhin nicht durch den VAR überprüft werden können. Diese Entscheidung unterstreicht den Wunsch, den Spielfluss bei Standardsituationen nicht durch zusätzliche Unterbrechungen zu beeinträchtigen.

Hintergrund und Einordnung

Die Regelhüter des IFAB haben im Nachgang der Weltmeisterschaft klargestellt, dass es bei der Anwendung einiger Regeln zu Fehlern kam. So wurde beispielsweise der Platzverweis gegen den Schweizer Breel Embolo im Spiel gegen Argentinien als regelwidrig eingestuft. Die nun getroffenen Entscheidungen der DFB-Gremien sollen für mehr Klarheit und Einheitlichkeit im deutschen Spielbetrieb sorgen. Die Umsetzung dieser Maßnahmen verdeutlicht den stetigen Prozess der Regelfindung, bei dem die Bundesliga versucht, eine Balance zwischen internationalen Standards und eigenen Vorstellungen von einem fairen und flüssigen Spielbetrieb zu finden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/fussballspieler-stellen-sich-fur-freistoss-auf-dem-feld-auf-30726650/ · Foto: Omar Ramadan
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/bundesliga/bundesliga-legt-strafe-fuers-bedecken-des-mundes-fest,regeln-hand-mund-karte-100.html