Landesweite Kontrollwoche zur Verkehrssicherheit
In Hessen hat am Montag die diesjährige "Speedweek" begonnen. Bis einschließlich Sonntag, den 9. August, führen die Polizeibehörden im gesamten Bundesland verstärkte Geschwindigkeitskontrollen durch. Die Aktion zielt darauf ab, die Verkehrssicherheit nachhaltig zu erhöhen und die Anzahl schwerer Unfälle zu reduzieren.
Fokus auf Gefahrenschwerpunkte
Die Einsatzkräfte konzentrieren sich bei den Kontrollen vornehmlich auf Bereiche, in denen das Unfallrisiko besonders hoch ist. Dazu zählen insbesondere:
* Streckenabschnitte mit einer hohen Unfallhäufigkeit
* Verkehrsbereiche in der direkten Umgebung von Schulen
* Zufahrten zu Krankenhäusern
* Baustellenbereiche
Ein wesentlicher Unterschied zu früheren Kampagnen besteht darin, dass die Polizei diesmal auf die Veröffentlichung der genauen Messstellen verzichtet. Die Verkehrsteilnehmer müssen somit landesweit und jederzeit mit unangekündigten Kontrollen rechnen.
Zielsetzung: Sensibilisierung statt reiner Sanktion
Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) betonte den präventiven Charakter der Maßnahme. Ziel sei es nicht primär, Bußgelder zu generieren, sondern das Bewusstsein für die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit zu schärfen. Überhöhtes Tempo gehört nach wie vor zu den häufigsten Unfallursachen und ist zudem der Grund für einen Großteil der tödlichen Verkehrsunfälle auf hessischen Straßen. Durch die konsequente Ahndung von Verstößen soll ein Umdenken bei den Fahrern erreicht werden, um letztlich Menschenleben zu schützen.
Auch der ADAC unterstützt diesen Ansatz. Ulrich Chiellino, Leiter der ADAC-Verkehrspolitik, unterstrich, dass Tempolimits keinesfalls als Empfehlungen zu verstehen seien. Die Anpassung der Geschwindigkeit an die jeweilige Umgebung sei eine Grundvoraussetzung für ein sicheres Miteinander im Straßenverkehr.
Rückblick auf die Vorjahresergebnisse
Die "Speedweek" ist ein etabliertes Instrument der hessischen Polizei. Im vergangenen Jahr waren während der Aktionswoche mehr als eintausend Polizeibeamte im Einsatz. Die Bilanz der Messungen verdeutlicht die Notwendigkeit solcher Kontrollen: Bei insgesamt 813.009 gemessenen Fahrzeugen stellten die Beamten 25.775 Verstöße fest. Dies entspricht einer Verstoßquote von 3,17 Prozent.
Übersicht der Sanktionen bei Tempoverstößen
Wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreitet, muss mit abgestuften Sanktionen rechnen. Die Höhe des Bußgeldes sowie mögliche Punkte in Flensburg oder Fahrverbote richten sich nach der Schwere des Verstoßes und dem Ort der Tat (innerorts oder außerorts):
* **Bis 10 km/h:** 30 Euro (innerorts) bzw. 20 Euro (außerorts).
* **11 bis 15 km/h:** 50 Euro (innerorts) bzw. 40 Euro (außerorts).
* **16 bis 20 km/h:** 70 Euro (innerorts) bzw. 60 Euro (außerorts).
* **21 bis 25 km/h:** 115 Euro (innerorts) bzw. 100 Euro (außerorts) sowie ein Punkt.
* **26 bis 30 km/h:** 180 Euro (innerorts) bzw. 150 Euro (außerorts), jeweils ein Punkt; ein einmonatiges Fahrverbot ist möglich.
* **31 bis 40 km/h:** 260 Euro (innerorts) bzw. 200 Euro (außerorts), zwei Punkte, ein Monat Fahrverbot.
* **41 bis 50 km/h:** 400 Euro (innerorts) bzw. 320 Euro (außerorts), zwei Punkte, ein Monat Fahrverbot.
* **51 bis 60 km/h:** 560 Euro (innerorts) bzw. 480 Euro (außerorts), zwei Punkte, ein bis zwei Monate Fahrverbot.
* **61 bis 70 km/h:** 700 Euro (innerorts) bzw. 600 Euro (außerorts), zwei Punkte, zwei bis drei Monate Fahrverbot.
* **Über 70 km/h:** 800 Euro (innerorts) bzw. 700 Euro (außerorts), zwei Punkte, drei Monate Fahrverbot.
Die hessische Polizei hofft, mit der diesjährigen "Speedweek" einen Beitrag dazu zu leisten, dass sich Verkehrsteilnehmer wieder verstärkt an die geltenden Regeln halten und mit mehr Rücksichtnahme am Straßenverkehr teilnehmen.