Ein historischer Fehlstart in Eichstätt
Der VfB Eichstätt hat für ein sportliches Beben in der Regionalliga gesorgt. Nach lediglich zwei absolvierten Spieltagen in der neuen Saison haben sich die Verantwortlichen mit sofortiger Wirkung von ihrem Cheftrainer Steffen Israel getrennt. Diese Entscheidung markiert das Ende eines ambitionierten Projekts, das erst kurz zuvor mit der Verpflichtung eines hauptamtlichen Trainers gestartet worden war. Der 40-jährige Israel sollte beim VfB eine neue Ära prägen, doch die sportliche Realität holte den Verein schneller ein als geplant.
Parallelen zum Profifußball
Mit dieser extrem kurzen Amtszeit reiht sich der VfB Eichstätt in eine Riege von Vereinen ein, die bereits in der Vergangenheit für Aufsehen durch frühe Trainerentlassungen sorgten. Besonders der Vergleich mit Bayer Leverkusen sticht hervor. Der Bundesligist hatte im September 2025 die Reißleine gezogen, nachdem Erik ten Hag – der erst im Sommer zuvor als Nachfolger von Xabi Alonso gekommen war – nach einem 1:2 gegen Hoffenheim und einem 3:3 gegen Werder Bremen gehen musste.
Auch in der Bundesliga-Historie gab es vergleichbare Fälle, wenngleich die Kontexte variierten. David Wagner musste den FC Schalke 04 im Jahr 2020 nach nur zwei Spieltagen verlassen, nachdem der Klub mit einer 0:8-Niederlage gegen den FC Bayern und einem 1:3 gegen Bremen einen desaströsen Start hingelegt hatte. Weitere prominente Beispiele für solch frühe Trennungen in der deutschen Fußballgeschichte sind Jörn Andersen (Mainz 05, 2009), Rinus Michels (1. FC Köln, 1983) und Morten Olsen (1. FC Köln, 1995).
Gründe für die Trennung
Warum kam es in Eichstätt zu diesem radikalen Schritt? Die sportliche Bilanz war ernüchternd: Auf ein 0:3 gegen den FV Illertissen folgte ein deutliches 1:5 gegen den TSV Buchbach. Zwar konnte die Mannschaft in der ersten Runde des Toto-Pokals einen 6:0-Erfolg gegen die SG Alerheim feiern, doch dieser Sieg reichte nicht aus, um die Verantwortlichen von der Arbeit des Trainers zu überzeugen.
Laut offiziellen Angaben des Vereins war die Entscheidung das Resultat einer „ehrlichen Analyse der aktuellen Situation“. Der Klub vermisste dabei jene Tugenden, die den VfB Eichstätt in der Vergangenheit stark gemacht hatten: Stabilität, Geschlossenheit, Spielfreude und Leidenschaft. Der Verein räumte ein, dass ihm diese Entscheidung keineswegs leichtgefallen sei.
Rückkehr zu bewährten Strukturen
Für den VfB Eichstätt bedeutet das Ende der Amtszeit von Steffen Israel auch das Ende eines Experiments. Wie der Sportliche Leiter Tobias Grimm mitteilte, plant der Verein, künftig wieder auf die bewährten Strukturen der vergangenen Jahre zurückzugreifen. Die Erfahrungen der letzten Wochen sollen intern aufgearbeitet werden, um die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.
Die nächsten Schritte
Die sportliche Verantwortung liegt nun vorerst in den Händen von Co-Trainer Michael Wittmann und Torwarttrainer Norbert Scheuerer. Das Interimsteam steht unter Zeitdruck, denn der Terminkalender lässt keine Verschnaufpause zu. Bereits am kommenden Dienstag steht das Duell in der zweiten Runde des Bayerischen Landespokals gegen die SpVgg Lam an. Für die Mannschaft gilt es nun, unter der neuen sportlichen Leitung schnellstmöglich in die Spur zu finden und die geforderten Tugenden wieder auf den Platz zu bringen.