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Bitcoin und Co.: Trumps Kurs zwischen Boom und Kritik
Schlagzeilen · 30.07.2026 14:10

Bitcoin und Co.: Trumps Kurs zwischen Boom und Kritik

Kurz: US-Präsident Donald Trump will die USA zur Bitcoin-Supermacht machen. Doch sein Krypto-Kurs zwischen staatlicher Förderung und privatem Profit sorgt für Kritik.

Ein Kurswechsel mit Ansage

Donald Trump hat sich während seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident zu einem der prominentesten Befürworter von Kryptowährungen gewandelt. Während er in früheren Wahlkämpfen noch als Krypto-Skeptiker galt, hat sich seine Haltung grundlegend geändert. Beobachter führen diese Kehrtwende auf die erhebliche finanzielle Unterstützung zurück, die er während seines jüngsten Wahlkampfes aus der Kryptoindustrie erhalten hat. Kritiker werfen ihm nun vor, seine politische Agenda gezielt auf die Interessen seiner Geldgeber auszurichten.

Strategische Neuausrichtung der Aufsicht

Ein zentraler Baustein der neuen US-Kryptopolitik war die personelle Umbesetzung der US-Börsenaufsicht SEC. Im April 2025 ernannte Trump den Anwalt und Geschäftsmann Paul Atkins zum neuen Behördenleiter. Atkins gilt in Fachkreisen als ausgewiesener Krypto-Befürworter. Dieser Schritt markiert einen deutlichen Kontrast zur Ära unter Joe Biden, in der die SEC unter Gary Gensler einen strengen Kurs gegen Kryptounternehmen fuhr und Wertpapierregeln konsequent auf digitale Token anwandte.

Die nationale Bitcoin-Reserve

Im März 2025 unterzeichnete der Präsident eine Anordnung zur Schaffung einer nationalen Bitcoin-Reserve. Das erklärte Ziel: die Stärkung der US-Wirtschaft durch ein digitales Asset, das in Krisenzeiten gegen den Dollar getauscht werden kann.

Die Realität der Reserve sieht jedoch anders aus, als es sich viele Anhänger erhofft hatten. Anstatt den Markt durch gezielte Käufe zu beeinflussen, speist sich der Bestand bisher überwiegend aus Bitcoins, die bei strafrechtlichen Ermittlungen beschlagnahmt wurden. Nach Angaben der Bitcoinfoundation.org umfasst dieser staatliche Schatz derzeit über 320.000 Einheiten mit einem Gegenwert von etwa 20 Milliarden Dollar.

Gesetzliche Rahmenbedingungen: Stablecoins und Rechtssicherheit

Die US-Regierung setzt verstärkt auf die Etablierung klarer Rechtsrahmen, um die USA als führenden Standort zu festigen.

* **Genius Act 2025:** Dieses Gesetz schafft erstmals einen umfassenden Rahmen für Stablecoins. Diese digitalen Währungen, die meist an den US-Dollar gekoppelt sind, ermöglichen schnelle, weltweite Transaktionen. Experten wie Professor Roland Broemel vom House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt betonen, dass die USA bei den Handelsvolumina von Stablecoins bereits eine globale Spitzenposition einnehmen.

* **Clarity Act:** Dieses Gesetzesvorhaben soll für die Branche die entscheidende Frage klären, ob Krypto-Assets als Rohstoff oder als Wertpapier einzustufen sind. Davon hängt ab, ob die CFTC oder die SEC für die Regulierung zuständig ist. Die Verabschiedung des Gesetzes durch den Senat steht jedoch noch aus.

Die Debatte um Interessenkonflikte

Ein zentraler Streitpunkt beim Clarity Act ist eine Klausel, die gewählten Amtsträgern und deren Familien untersagen soll, sich persönlich in der Kryptoindustrie zu engagieren. Genau dies ist jedoch ein wunder Punkt der aktuellen Regierung.

Trump selbst und seine Familie sind tief in den Krypto-Markt involviert. Allein im Jahr 2025 erzielte der Präsident nach eigenen Berichten rund 1,2 Milliarden Dollar durch Krypto-Geschäfte. Zudem hält er Bitcoin im Wert von 100 Millionen Dollar. Auch der Meme-Coin $TRUMP, der auf Internet-Trends basiert, spülte der Familie hohe Einnahmen in die Kassen.

Besonders das Projekt „World Liberty Financial“, das Trump gemeinsam mit seinen Söhnen gründete, steht im Fokus der Kritik. Experten wie der Blockchain-Experte Co-Pierre Georg von der Frankfurt School of Finance and Management sehen in den Aktivitäten des Präsidenten eine gefährliche Vermischung von politischer Macht und privatem finanziellen Interesse, die an Korruption grenze.

Der Markt im Wandel

Die Dynamik im Kryptosektor wurde bereits vor Trumps zweiter Amtszeit durch die Zulassung von Spot-ETFs für Bitcoin und Ether im Jahr 2024 beschleunigt. Dies ermöglichte es US-Banken und Pensionsfonds, verstärkt in digitale Werte zu investieren. Laut Daten von Morgan Stanley überstieg das verwaltete Vermögen solcher Krypto-ETFs im Jahr 2025 bereits die Marke von 200 Milliarden Dollar.

Ob die USA ihre Ambition, eine dauerhafte „Bitcoin-Supermacht“ zu werden, ohne eine nachhaltige Trennung von staatlicher Regulierung und privater Gewinnmaximierung erreichen können, bleibt eine der zentralen Fragen für die weitere wirtschaftspolitische Entwicklung.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/geld-gold-munzen-wahrung-6764683/ · Foto: Alesia Kozik
Quelle: https://www.zdfheute.de/wirtschaft/trump-bitcoin-usa-krypto-kurs-supermacht-100.html