News aus aller Welt
Start
Bildbearbeitung: Adobe integriert neuen KI-Assistenten in Photoshop
Technik · 28.08.2026 08:57

Bildbearbeitung: Adobe integriert neuen KI-Assistenten in Photoshop

Kurz: Adobe erweitert Photoshop um den AI Assisted Editor und neue KI-Werkzeuge. Die Funktionen ermöglichen präzisere Bildbearbeitung durch natürliche Sprache.

Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich

Adobe hat am 28. August 2026 eine signifikante Erweiterung seiner bekannten Bildbearbeitungssoftware Photoshop angekündigt. Im Zentrum der Neuerung steht die Einführung des sogenannten AI Assisted Editor, einer neuen Bedienoberfläche, die gezielt auf die Unterstützung durch künstliche Intelligenz ausgelegt ist. Diese Neuerung markiert einen Wendepunkt in der Art und Weise, wie Anwender mit der Software interagieren, da sie nun zwischen einer klassischen Arbeitsumgebung und einer KI-gestützten Schnittstelle wählen können. Der AI Assisted Editor ermöglicht es Nutzern, Bildanpassungen mittels natürlicher Sprache vorzunehmen, was den Bearbeitungsprozess insbesondere für weniger erfahrene Anwender deutlich zugänglicher gestalten soll. Die Integration dieser Technologie in die reguläre Version 27.10 von Photoshop zeigt den strategischen Fokus von Adobe, KI-Funktionen direkt in den produktiven Workflow der breiten Masse zu integrieren. Neben dem Editor wurden zudem spezifische Werkzeuge wie Instruct Edit und Markup eingeführt, die eine präzisere Steuerung der KI-Ergebnisse erlauben. Diese Entwicklung unterstreicht den Trend, komplexe manuelle Bildbearbeitungsschritte zunehmend durch intelligente Assistenzsysteme zu ergänzen oder gar zu ersetzen, wobei die Kontrolle über das Endergebnis weiterhin ein zentrales Anliegen bleibt.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen, Orte und Zitate

Die Neuerungen betreffen derzeit die Photoshop-Version 27.10, während die Beta-Version 27.11 diese spezifische neue Oberfläche vorerst nicht aufweist. Beim Start der Software haben Anwender nun die Wahl zwischen dem bewährten Pro Editor, der die volle manuelle Kontrolle über Ebenen und Werkzeuge bietet, und dem neuen AI Assisted Editor. In einer vertikalen Werkzeugleiste innerhalb dieses Editors sind sieben zentrale KI-Funktionen gebündelt: Prompt to Edit, das Entfernen von Hintergründen, generatives Erweitern von Bildabmessungen, generatives Entfernen von Objekten, generatives Füllen, generatives Hochskalieren der Auflösung sowie das Werkzeug AI Markup zur Bildannotation. Besonders hervorzuheben ist die Funktion Instruct Edit, die es erlaubt, mittels Masken und Textbeschreibungen gezielte Änderungen vorzunehmen, etwa das Öffnen geschlossener Augen oder das Hinzufügen von Accessoires wie einem Hut. Das Markup-Werkzeug ergänzt dies, indem Nutzer direkt auf das Bild zeichnen können, um dem System visuelle Anweisungen zu geben. Ein Pfeil oder eine Markierung auf ein Objekt soll laut Adobe Missverständnisse bei reinen Textbefehlen minimieren. Ergänzend wurde eine Ebene zur Lichtanpassung eingeführt, die klassische Regler für Belichtung, Kontrast, Lichter, Schatten sowie Weiß- und Schwarzwerte bietet.

Hintergrund – Die Vorgeschichte und der bisherige Verlauf

Adobes Weg zur Integration von KI-Funktionen in seine Software-Suite ist kein plötzliches Ereignis, sondern das Resultat einer kontinuierlichen Strategie der vergangenen Monate. Bereits im März 2026 hatte das Unternehmen einen KI-Assistenten vorgestellt, der Befehle in natürlicher Sprache verarbeiten konnte. Dieser erste Schritt legte den Grundstein für eine breitere Implementierung, die sich im Juni 2026 auf weitere Kernprodukte des Unternehmens ausweitete. Dazu zählten neben Photoshop auch Premiere Pro, Indesign, Illustrator und die Plattform Frame.io. Diese schrittweise Einführung zeigt, dass Adobe seine gesamte Produktpalette systematisch mit KI-Technologien durchdringt, um den Anwendern in unterschiedlichen kreativen Disziplinen ähnliche Vorteile zu bieten. Zudem unterstreicht die jüngste Kooperation mit OpenAI Anfang August 2026, bei der Bearbeitungsfunktionen direkt in ChatGPT integriert wurden, den Anspruch des Unternehmens, seine Technologien über die eigenen Applikationen hinaus in das Ökosystem der generativen KI zu tragen. Die aktuelle Erweiterung von Photoshop ist somit als logische Fortsetzung dieser Bemühungen zu verstehen, wobei der Fokus nun verstärkt auf der Benutzerfreundlichkeit und der präzisen Steuerung durch den Anwender liegt.

Die Beteiligten – Wer entscheidet und wer ist betroffen

Die treibende Kraft hinter diesen Entwicklungen ist das Unternehmen Adobe, das die Software Photoshop entwickelt und die strategischen Entscheidungen über die Integration neuer KI-Funktionen trifft. Die betroffene Zielgruppe sind in erster Linie die Photoshop-Anwender, wobei Adobe hier eine klare Differenzierung vornimmt. Während sich der klassische Pro Editor weiterhin an erfahrene Nutzer richtet, die eine manuelle Kontrolle über jeden Aspekt ihrer Arbeit benötigen, zielt der neue AI Assisted Editor explizit auf weniger erfahrene Anwender ab. Diese Nutzergruppe soll von der intuitiven Bedienung durch natürliche Sprache profitieren, ohne sich tief in die komplexen Ebenen- und Maskenstrukturen einarbeiten zu müssen. Als Partner im Bereich der generativen KI wird zudem OpenAI genannt, mit dem Adobe bereits Anfang August eine Kooperation eingegangen ist, um Bearbeitungsfunktionen in ChatGPT zu integrieren. Diese Akteure bilden das derzeitige Umfeld, in dem die technologische Entwicklung von Adobes Bildbearbeitung vorangetrieben wird, wobei die Verantwortung für die Implementierung und die Benutzeroberfläche allein bei Adobe liegt.

Einordnung – Was das bedeutet

Einzuordnen ist die Einführung des AI Assisted Editors als Versuch von Adobe, die Hürden für den Einstieg in die professionelle Bildbearbeitung zu senken. Durch die Kombination von natürlicher Sprache und visuellen Anweisungen wie dem Markup-Werkzeug versucht das Unternehmen, die oft als schwierig empfundene Kommunikation mit KI-Systemen zu vereinfachen. Den Berichten zufolge ist die Trennung zwischen Pro Editor und AI Assisted Editor ein deutliches Signal dafür, dass Adobe die traditionellen Profis nicht verschrecken möchte, während gleichzeitig der Markt für Gelegenheitsnutzer erschlossen werden soll. Die Möglichkeit, durch einfache Texteingaben komplexe Aufgaben wie das Öffnen von Augen oder das Hinzufügen von Objekten zu erledigen, stellt eine erhebliche Beschleunigung des Workflows dar. Kritisch könnte jedoch die Verwirrung betrachtet werden, die durch die unterschiedliche Verfügbarkeit der Funktionen in der regulären Version und der Beta-Version entsteht. Dennoch deutet die Integration in die Hauptversion 27.10 darauf hin, dass Adobe die KI-Funktionen nicht mehr nur als experimentelle Spielerei betrachtet, sondern als integralen Bestandteil des täglichen Arbeitsgeräts für eine breite Anwenderschaft.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht beantwortet

Trotz der detaillierten Beschreibung der neuen Funktionen bleiben einige wesentliche Fragen offen. Der Quelltext macht beispielsweise keine Angaben dazu, wie die KI-Modelle hinter diesen Funktionen trainiert wurden oder welche Datenquellen Adobe hierfür nutzt. Auch bleibt unklar, ob die Nutzung des AI Assisted Editors zusätzliche Kosten verursacht oder ob diese Funktionen im bestehenden Abonnement-Modell enthalten sind. Ebenso wird nicht erläutert, wie sich die Qualität der KI-Ergebnisse im Vergleich zu manuell bearbeiteten Bildern verhält, insbesondere bei komplexen oder hochauflösenden Projekten. Eine weitere Lücke betrifft die technische Anforderung an die Hardware: Es wird nicht erwähnt, ob für die Nutzung des AI Assisted Editors eine besonders leistungsstarke Grafikkarte oder eine ständige Internetverbindung für die Cloud-Berechnung erforderlich ist. Auch zu den Datenschutzaspekten bei der Verarbeitung von Bildern durch die KI-Funktionen schweigt der Text. Schließlich ist nicht geklärt, ob und wann die neuen Funktionen auch in die Beta-Version 27.11 oder andere ältere Versionen von Photoshop integriert werden sollen, um eine einheitliche Nutzererfahrung über alle Kanäle hinweg zu gewährleisten.

Wie es weitergeht – Angekündigte Schritte und Ausblick

Obwohl Adobe mit der Veröffentlichung der Version 27.10 bereits einen großen Schritt vollzogen hat, deutet die aktuelle Situation auf eine fortlaufende Entwicklung hin. Die Tatsache, dass sich die neuen Funktionen derzeit in der regulären Version und nicht in der Beta-Version befinden, lässt vermuten, dass Adobe die Stabilität dieser KI-Werkzeuge bereits als ausreichend für den produktiven Einsatz bewertet. Zukünftige Updates werden zeigen, ob die Funktionen aus dem AI Assisted Editor weiter verfeinert werden oder ob weitere KI-gestützte Werkzeuge hinzukommen. Da Adobe in den vergangenen Monaten in einem hohen Tempo neue Funktionen ausgerollt hat – von der Integration in Premiere Pro bis zur Kooperation mit OpenAI –, ist davon auszugehen, dass die Entwicklung nicht stillsteht. Anwender dürfen in den kommenden Monaten weitere Anpassungen erwarten, die den Workflow zwischen den verschiedenen Adobe-Programmen und externen KI-Plattformen weiter harmonisieren könnten. Konkrete Termine für weitere Updates oder eine Zusammenführung der Beta- und regulären Versionszweige wurden jedoch nicht genannt, sodass Nutzer auf offizielle Ankündigungen des Unternehmens angewiesen bleiben.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/kreativ-kamera-iphone-smartphone-16689311/ · Foto: Shantanu Kumar
Quelle: https://www.golem.de/news/bildbearbeitung-adobe-integriert-neuen-ki-assistenten-in-photoshop-2608-212385.html