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Ausstellermesse: Innovationen für ein selbstbestimmtes Leben
Regional · 16.10.2026 09:35

Ausstellermesse: Innovationen für ein selbstbestimmtes Leben

Kurz: Die Stadt Kassel lädt am 27. Oktober zur Innovationsmesse für digitale Assistenzlösungen in das Rathaus ein, um moderne Technologien für den Alltag zu präsentie

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Die Stadt Kassel setzt ein deutliches Zeichen für die digitale Zukunft der Daseinsvorsorge und lädt am Dienstag, den 27. Oktober, zu einer speziellen Innovationsmesse in den Bürgersaal des Kasseler Rathauses ein. In der Zeit von 10 bis 16 Uhr öffnet die Veranstaltung ihre Pforten, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Fachkräften aus dem Gesundheits- und Sozialwesen einen tiefen Einblick in die Welt der digitalen Assistenzlösungen zu gewähren. Im Zentrum der Veranstaltung steht die zentrale Frage, wie moderne Technologien dazu beitragen können, Menschen ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Dabei geht es nicht nur um die Unterstützung der Betroffenen selbst, sondern explizit auch um die Entlastung pflegender Angehöriger sowie um die Erleichterung des Arbeitsalltags für Fachkräfte in der Pflege. Die Messe ist als Mitmachveranstaltung konzipiert, bei der die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit haben, die ausgestellten Innovationen direkt vor Ort auszuprobieren, zu testen und in einen direkten Austausch mit den Herstellern sowie Experten zu treten. Der Eintritt ist für alle Interessierten kostenfrei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Technik

Das Programm der Innovationsmesse ist vielfältig und deckt ein breites Spektrum an technologischen Lösungen ab. Zu den präsentierten Innovationen gehören unter anderem sensorbasierte Assistenzsysteme für die Wohnung, intelligente Notruflösungen, KI-gestützte Telefonassistenten sowie diverse Smart-Home-Anwendungen. Ein besonderes Highlight für die Besucherinnen und Besucher ist die Möglichkeit, einen sozialen Roboter kennenzulernen und ein Exoskelett zur körperlichen Entlastung selbst zu testen. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Reihe von Fachvorträgen. Den Auftakt bildet von 10 bis 11 Uhr ein Einblick der Stadt Kassel in ihre sozial-digitale Strategie. Daran schließt sich ein Impuls der Körber-Stiftung zum Thema Alter und Digitalisierung an, gefolgt von einem Vortrag des Deutschen Roten Kreuzes über das sensorbasierte Wohnumfeld. Am Nachmittag, zwischen 13:30 und 14 Uhr, vertiefen Navel Robotics den Einsatz von sozialen Robotern in der Pflege sowie German Bionic die Anwendung von Exoskeletten. Stadtrat Dr. Norbert Wett betont dabei die Bedeutung des praxisnahen Wissenstransfers, der durch diese Veranstaltung aktiv gefördert werden soll. Für das leibliche Wohl der Gäste ist während der gesamten Veranstaltungsdauer gesorgt.

Hintergrund – Der Weg zur Smart City

Die Veranstaltung findet nicht isoliert statt, sondern ist ein integraler Bestandteil der sogenannten „Smart Kassel-Strategie“. Diese Strategie wiederum ist in den größeren Kontext der „Modellprojekte Smart Cities“ eingebettet, einem Förderprogramm der Bundesregierung. Ziel dieser Initiative ist es, die digitale Modernisierung von Kommunen voranzutreiben, um Städte, Gemeinden und Landkreise lebenswerter und handlungsfähiger zu machen. Dabei dienen die Leitlinien der „Smart City Charta“ des Bundesinnenministeriums als wesentliche Orientierungshilfe. Die Stadt Kassel hat sich dazu entschieden, die digitale Transformation nicht rein technisch zu betrachten, sondern mit einem partizipativen Gestaltungsauftrag zu verbinden. Smarte Technologien sollen in Kassel dazu dienen, die Lebens- und Standortqualität nachhaltig zu erhöhen, Ressourcen effizienter zu schonen und gleichzeitig für mehr Miteinander sowie soziale Teilhabe zu sorgen. Die Innovationsmesse ist somit ein konkretes Instrument, um die abstrakten Ziele der Smart-City-Strategie in die Lebenswirklichkeit der Menschen zu übersetzen und die Akzeptanz für digitale Hilfsmittel in der Gesellschaft zu erhöhen.

Die Beteiligten – Akteure und Institutionen

Die Organisation und Durchführung der Messe liegt in der Hand der Stadt Kassel, die durch Stadtrat Dr. Norbert Wett repräsentiert wird. Wett unterstreicht die Philosophie hinter dem Vorhaben: Digitale Technologien sollen den Menschen nicht ersetzen, sondern ihn wirkungsvoll unterstützen. Neben der Stadtverwaltung sind verschiedene externe Partner in das Programm eingebunden. Die Körber-Stiftung agiert als Impulsgeber für die Verknüpfung von Alter und Digitalisierung. Das Deutsche Rote Kreuz bringt seine Expertise im Bereich des sensorbasierten Wohnumfelds ein. Für den Bereich der Robotik und körpernahen Unterstützung sind die Unternehmen Navel Robotics und German Bionic als Fachreferenten gelistet, die ihre spezifischen Lösungen – soziale Roboter beziehungsweise Exoskelette – vorstellen. Die Zielgruppe der Veranstaltung ist bewusst breit gefächert: Sie umfasst neben den direkt betroffenen Bürgerinnen und Bürgern auch pflegende Angehörige sowie Fachkräfte aus den Bereichen Pflege, Gesundheit und Sozialwesen, die durch den direkten Dialog mit den Herstellern von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten profitieren sollen.

Einordnung – Bedeutung der Digitalisierung

Einzuordnen ist die Innovationsmesse als ein Versuch, die Hemmschwelle gegenüber neuen Technologien im Pflege- und Lebensbereich abzubauen. Den Berichten zufolge ist die Veranstaltung bewusst als „Mitmachmesse“ konzipiert, um Berührungsängste gegenüber digitalen Lösungen zu minimieren. Die Stadt Kassel verfolgt damit das Ziel, den Nutzen der Technologien erlebbar zu machen, statt nur theoretische Konzepte zu vermitteln. Die Einbindung von Exoskeletten und sozialen Robotern verdeutlicht, dass die Stadt Kassel auf modernste Ansätze setzt, um den demografischen Wandel und die damit verbundenen Herausforderungen in der Pflege und im Alltag älterer Menschen proaktiv anzugehen. Die Förderung durch die Bundesregierung unterstreicht dabei die Relevanz des Themas auf nationaler Ebene. Die Strategie der Stadt Kassel zielt darauf ab, digitale Hilfsmittel nicht als Fremdkörper, sondern als unterstützende Elemente in ein selbstbestimmtes Leben zu integrieren, wobei die soziale Komponente stets im Vordergrund der technologischen Entwicklung stehen soll.

Offene Fragen – Was der Text nicht klärt

Obwohl die Pressemitteilung einen detaillierten Überblick über die Veranstaltung und die beteiligten Akteure gibt, bleiben einige Aspekte offen. So wird nicht explizit erwähnt, welche spezifischen Kosten für die Stadt Kassel durch die Ausrichtung der Messe entstehen oder wie hoch das Budget für die Smart-Kassel-Strategie insgesamt ist. Auch bleibt unklar, ob nach der Veranstaltung eine systematische Evaluation der Besucherresonanz geplant ist, um den Erfolg des Wissenstransfers zu messen. Zudem werden keine Angaben dazu gemacht, wie die langfristige Finanzierung der vorgestellten Assistenzlösungen für die Nutzerinnen und Nutzer aussieht, insbesondere im Hinblick auf mögliche Förderungen durch Krankenkassen oder andere Kostenträger. Auch die Frage nach dem Datenschutz bei den KI-gestützten Systemen und den sensorbasierten Wohnlösungen wird in der Ankündigung nicht weiter vertieft, obwohl dies für die Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern ein entscheidender Faktor sein dürfte. Die konkrete Verfügbarkeit der gezeigten Produkte auf dem freien Markt oder deren Kompatibilität mit bestehenden Systemen in privaten Haushalten wird ebenfalls nicht im Detail erläutert.

Wie es weitergeht – Ausblick auf die Veranstaltung

Der Termin am 27. Oktober markiert den zentralen Punkt der Initiative. Da eine Anmeldung nicht erforderlich ist, wird die Stadt Kassel erst am Veranstaltungstag sehen, wie groß das Interesse der Kasseler Bevölkerung an den präsentierten digitalen Assistenzlösungen tatsächlich ist. Die Veranstaltung dient als Plattform, um den Dialog zwischen Anwendern und Entwicklern zu verstetigen. Weitere Schritte im Rahmen der Smart Kassel-Strategie werden sich vermutlich an den Rückmeldungen und dem Interesse orientieren, das die Besucherinnen und Besucher während der Messe zeigen. Es ist davon auszugehen, dass die Stadt Kassel die gewonnenen Erkenntnisse aus den Gesprächen mit den Fachkräften und den pflegenden Angehörigen nutzen wird, um ihre sozial-digitale Strategie weiter zu schärfen. Ob nach dieser Messe weitere ähnliche Formate folgen werden, wurde in der aktuellen Ankündigung noch nicht explizit festgelegt, jedoch deutet der Verweis auf den „praxisnahen Wissenstransfer“ als dauerhaftes Ziel der Smart-City-Strategie darauf hin, dass die Stadt Kassel auch künftig an der Schnittstelle zwischen Technologie und sozialer Teilhabe arbeiten wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/vater-und-kind-kommen-abends-im-haus-zusammen-30482450/ · Foto: Pexels User
Quelle: https://www.kassel.de/pressemitteilungen/oktober/innovationsmesse-digitale-assistenzloesungen.php