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Aus der Not eine Jugend machen
Technik · 05.08.2026 12:20

Aus der Not eine Jugend machen

Kurz: Hertha BSC schlägt einen neuen Weg ein: Statt teurer Aufstiegsambitionen setzt der Verein in der vierten Zweitliga-Saison auf Jugend, Nachhaltigkeit und Umbruch

Ein Kurswechsel in der Hauptstadt

Für Hertha BSC beginnt eine neue Ära. Nach drei Jahren in der 2. Bundesliga, die von hohen Erwartungen und finanziellen Belastungen geprägt waren, schlägt der Verein eine neue Richtung ein. Die Zeiten der großen, kostspieligen Ambitionen sind vorerst beendet. Geschäftsführer Peter Görlich, der seit September 2025 im Amt ist, hat eine klare Marschroute ausgegeben: Statt des direkten Wiederaufstiegs steht eine langfristige Konsolidierung im Fokus. Das Saisonziel für 2026/27 ist ein einstelliger Tabellenplatz, wobei die finanzielle Vernunft über kurzfristigen Erfolg gestellt wird.

Der Kader im Umbruch: Schlanker und jünger

Die personellen Veränderungen bei den Berlinern sind massiv. Mit 13 Abgängen, darunter Leistungsträger wie Fabian Reese, Michael Cuisance und Tjark Ernst, hat der Kader ein völlig neues Gesicht erhalten. Der Verein reagiert damit auf die finanzielle Schieflage der vergangenen Jahre, in denen man nach eigenen Angaben über die eigenen Verhältnisse gelebt hat.

Der aktuelle Transfersommer verlief ungewöhnlich ruhig. Erst kurz vor Saisonbeginn konnte mit dem 21-jährigen Österreicher Olewaseun Adewumi, der leihweise vom FC Burnley kommt, der erste Neuzugang begrüßt werden. Die Suche nach Verstärkungen für die Torwartposition, die linke Abwehrseite und das Sturmzentrum dauert an. Um die Gehaltskosten zu senken und gleichzeitig die Identifikation zu fördern, setzt Hertha nun verstärkt auf den „Berliner Weg“.

Auf die Jugend setzen

Die Strategie sieht vor, den internen Talenten den Vorzug zu geben. Spieler wie Boris Mamuzah Lum, Jerome Diallo, Mayson Grothe, Selim Telib, Soufian Gouram, Jelani Ndi und Niklas Hildebrandt sollen in der kommenden Spielzeit in den Profibereich integriert werden. Dieser Fokus auf Eigengewächse dient nicht nur der sportlichen Entwicklung, sondern soll auch langfristig Werte auf dem Transfermarkt schaffen.

Neue spielerische Identität

Neben der Kaderstruktur wird auch am Spielsystem gearbeitet. Unter der Leitung von Trainer Stefan Leitl soll Hertha künftig mutiger auftreten. Das Ziel ist ein intensives, hohes Pressing, um den Gegner bereits früh unter Druck zu setzen. Mittelfeldspieler Paul Seguin betonte, dass man künftig aktiver agieren wolle, anstatt nur auf den Gegner zu reagieren. Auch wenn dieser offensive Ansatz das Risiko von Gegentoren erhöht, wird er als notwendiger Schritt gesehen, um das bisher oft statische Ballbesitzspiel dynamischer und variabler zu gestalten.

Transformation hinter den Kulissen

Der Umbruch beschränkt sich nicht nur auf den Kader. Die gesamte Struktur des Vereins wird derzeit transformiert. Dies umfasst:

* **Trainerstab:** Andreas Schumacher wurde als neuer Co-Trainer verpflichtet, mit dem Fokus auf die Optimierung von Standardsituationen.

* **Strukturen:** Die Abteilungen für Kaderplanung und Scouting wurden neu aufgestellt.

* **Infrastruktur:** Investitionen in die medizinische Abteilung sowie eine grundlegende Umgestaltung der Akademie sollen die Basis für zukünftige Erfolge bilden.

Diese Maßnahmen markieren eine Phase der Neuausrichtung. Ob der „Berliner Weg“ in der rauen Realität der 2. Bundesliga Bestand hat, wird sich bereits zum Saisonauftakt zeigen, wenn die Mannschaft beim VfL Bochum antritt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/frau-smartphone-laptop-arbeiten-5253930/ · Foto: Antonius Ferret
Quelle: https://www.sportschau.de/regional/rbb/rbb-teamcheck-hertha-aus-der-not-eine-jugend-machen-100.html