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Anteil junger Menschen in Deutschland bleibt historisch niedrig
Schlagzeilen · 10.08.2026 11:19

Anteil junger Menschen in Deutschland bleibt historisch niedrig

Kurz: Der Anteil der 15- bis 24-Jährigen in Deutschland verharrt auf einem historischen Tiefstand. Regionale Unterschiede und Zuwanderung prägen das Bild.

Ein demografischer Dauerzustand

Die demografische Struktur in Deutschland ist seit Jahren von einer deutlichen Überalterung geprägt. Wie das Statistische Bundesamt aktuell berichtet, stagniert der Anteil der jungen Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren auf einem historisch niedrigen Niveau. Zum Ende des vergangenen Jahres wurden rund 8,3 Millionen Personen in dieser Altersgruppe gezählt, was einem Anteil von exakt zehn Prozent an der Gesamtbevölkerung entspricht.

Dieser Zustand ist kein kurzfristiges Phänomen. Den Erhebungen zufolge hat sich dieser Wert bereits zu Beginn der 2020er Jahre auf diesem niedrigen Stand eingependelt. Im historischen Vergleich wird das Ausmaß der Veränderung deutlich: Mitte der 1980er Jahre, als die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer das junge Erwachsenenalter erreichten, lag der Anteil der 15- bis 24-Jährigen noch bei 16,7 Prozent. Damals war rechnerisch jede sechste Person in Deutschland in diesem Alter.

Regionale Disparitäten bei der Jugendquote

Die Verteilung der jungen Bevölkerung innerhalb Deutschlands ist keineswegs homogen. Besonders in den ostdeutschen Bundesländern ist der Anteil der 15- bis 24-Jährigen unterdurchschnittlich gering. Die Statistik weist für Brandenburg einen Wert von 8,8 Prozent aus, während Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt bei jeweils 9,1 Prozent liegen. In Thüringen beträgt der Anteil 9,2 Prozent.

Demgegenüber stehen die Stadtstaaten und wirtschaftsstarke Regionen, die eine höhere Dichte an jungen Menschen aufweisen. Bremen führt die Liste mit einem Anteil von 11,1 Prozent an, gefolgt von Hamburg mit 10,5 Prozent und Baden-Württemberg mit 10,4 Prozent. Diese regionalen Unterschiede deuten auf komplexe Wanderungsbewegungen innerhalb Deutschlands hin, bei denen junge Menschen oft in urbane Zentren oder wirtschaftlich prosperierende Regionen ziehen, um dort ihre Ausbildung oder berufliche Laufbahn zu beginnen.

Die Rolle der Zuwanderung

Ein wesentlicher Faktor für die Stabilität des Anteils junger Menschen ist die Zuwanderung. Die Daten des Statistischen Bundesamtes verdeutlichen, dass der aktuelle Durchschnitt von zehn Prozent ohne den Zuzug von Menschen mit Einwanderungsgeschichte deutlich niedriger ausfallen würde.

Betrachtet man ausschließlich die Bevölkerung ohne Einwanderungsgeschichte, lag der Anteil der 15- bis 24-Jährigen im Jahr 2025 bei lediglich 8,5 Prozent. Im Vergleich dazu liegt der Anteil in der Bevölkerungsgruppe mit Einwanderungsgeschichte – definiert als Personen, die selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland zugewandert sind – bei 12,2 Prozent. Diese Zahlen unterstreichen, dass die Zuwanderung einen signifikanten Beitrag zur Verjüngung der Gesellschaft leistet und den demografischen Schrumpfungsprozess in der jüngeren Alterskohorte abmildert.

Hintergrund und Perspektiven

Der Rückgang des Anteils junger Menschen hat weitreichende gesellschaftliche und ökonomische Konsequenzen. Während die Babyboomer-Generation in den kommenden Jahren sukzessive aus dem Erwerbsleben ausscheidet, rücken zahlenmäßig deutlich schwächere Jahrgänge nach. Dies verschärft den Fachkräftemangel und stellt die Sozialversicherungssysteme vor große Herausforderungen.

Die demografische Entwicklung ist ein schleichender Prozess, dessen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Rentensysteme bereits heute spürbar sind. Die Daten zeigen, dass Deutschland ohne Einwanderungseffekte noch schneller altern würde. Für die kommenden Jahre bleibt die demografische Entwicklung ein zentrales Thema der politischen Debatte, da sie die Basis für das wirtschaftliche Wachstum und die Stabilität der sozialen Sicherungssysteme bildet.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/strasse-banner-menge-menschenmenge-20007556/ · Foto: Dominik Türk
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/anteil-junger-menschen-100.html