Ein Meilenstein für die regionale Mobilität
Nach einer zwei Jahrzehnte andauernden Bauphase ist der Rhein-Radweg im Rheingau-Taunus-Kreis nun weitgehend fertiggestellt. Wie die zuständige Behörde Hessen Mobil mitteilte, wurde am Ortsausgang von Rüdesheim die letzte verbliebene Lücke geschlossen. Damit ist die Strecke für Radfahrer und Fußgänger nun durchgängig bis zur Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz passierbar.
Das Projekt, das insgesamt rund 140 Millionen Euro verschlang, gilt als der teuerste Radweg Deutschlands. Die Fertigstellung markiert den Abschluss eines langwierigen Prozesses, der von zahlreichen Verzögerungen und baulichen Herausforderungen geprägt war.
Herausfordernde Rahmenbedingungen vor Ort
Der Lückenschluss über eine Länge von etwa 300 Metern stellte die Planer vor erhebliche Probleme. Der zur Verfügung stehende Raum zwischen der Bundesstraße 42, der Bahnstrecke, dem Rhein sowie verschiedenen Infrastruktureinrichtungen wie dem Bahnhof und dem Fähranleger war äußerst begrenzt. Um die Verkehrsteilnehmer sicher über die B42 zu führen, wurde ein stillgelegtes Bahngleis in die Wegeführung integriert. Zwei Ampelanlagen sorgen nun für die notwendige Sicherheit beim Überqueren der Straße.
Die Staatssekretärin im hessischen Verkehrsministerium, Ines Fröhlich, betonte die Bedeutung solcher Infrastrukturprojekte. Eine gute Anbindung sei entscheidend, um den Alltag der Menschen zu erleichtern und die allgemeine Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die nun geschaffene Verbindung soll genau diesen Anforderungen gerecht werden.
Warum das Projekt noch nicht vollständig abgeschlossen ist
Obwohl die Strecke für den Verkehr freigegeben wurde, stehen weitere Arbeiten an. Die derzeitige Lösung für die Ampelanlagen und die Gestaltung der B42 an dieser Stelle ist als Zwischenschritt zu betrachten. Eine grundlegende Erneuerung ist erst möglich, wenn die Deutsche Bahn ihre Generalsanierung der rechtsrheinischen Bahnstrecke abgeschlossen hat. Diese Arbeiten sind für das Jahr 2027 terminiert.
Die Entscheidung, den Lückenschluss bereits jetzt in zwei Schritten umzusetzen, fiel bewusst, um die Verbindung für Radfahrer und Fußgänger nicht weiter hinauszuzögern. Man wollte eine sichere Lösung schaffen, ohne auf den Abschluss der bahnseitigen Sanierungsarbeiten warten zu müssen.
Ein langer Weg bis zur Fertigstellung
Die Geschichte des Radwegs war von Beginn an von Schwierigkeiten begleitet. Ursprünglich war die Anbindung der letzten 300 Meter bereits für das Jahr 2025 vorgesehen. Die Pläne gerieten jedoch ins Stocken, nachdem Hessen Mobil die Zusammenarbeit mit der damals beauftragten Baufirma vorzeitig beendet hatte. Als Begründung für die Kündigung wurden nicht mehr hinnehmbare Verzögerungen im Bauablauf angeführt.
Mit der nun erfolgten Freigabe endet eine 20-jährige Planungs- und Bauzeit, die drei Jahre nach der offiziellen Eröffnung des rund elf Kilometer langen Hauptabschnitts des Rhein-Radwegs ihren vorläufigen Abschluss findet.