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Ärger nach Sanierung: Pfusch am "Reflecting Pool" spaltet das Weiße Haus
Schlagzeilen · 04.08.2026 13:54

Ärger nach Sanierung: Pfusch am "Reflecting Pool" spaltet das Weiße Haus

Kurz: Die Sanierung des Reflecting Pools in Washington endet im Debakel: Statt Vandalismus offenbart sich Pfusch am Bau, was zu politischem Streit im Weißen Haus führ

Ein Prestigeprojekt unter keinem guten Stern

Der Reflecting Pool vor dem Lincoln Memorial in Washington D.C. gilt als eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Vereinigten Staaten. Im Vorfeld des 250-jährigen Jubiläums der Unabhängigkeitserklärung sollte das Becken im Rahmen einer groß angelegten Verschönerungskampagne der US-Regierung unter Donald Trump in neuem Glanz erstrahlen. Doch statt eines glanzvollen Symbols der nationalen Einheit ist das Areal derzeit Schauplatz einer politischen und handwerklichen Blamage.

Die Vorwürfe des Präsidenten

Noch im Juni äußerte sich US-Präsident Trump überzeugt, dass der Zustand des Beckens das Ergebnis gezielter Sabotage sei. Er warf politischen Gegnern und Vandalen vor, die frisch aufgetragene Bodenversiegelung mit Messern aufgeschnitten und zerstört zu haben. Diese Darstellung wurde von der Staatsanwaltschaft von D.C., unter der Leitung der Trump-Vertrauten Jeanine Pirro, massiv unterstützt. Pirro präsentierte Anfang Juli drei Verdächtige, darunter den ehemaligen US-Olympiateilnehmer David Hearn, und drohte mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren. Die Beweislage, so die Behauptung der Staatsanwaltschaft, sei erdrückend und stütze sich auf Beobachtungen von Mitarbeitern des National Park Service.

Die Kehrtwende: Pfusch statt Vandalismus

Die juristische Offensive ist nun in sich zusammengebrochen. Die Staatsanwaltschaft räumte offiziell ein, dass die Vorwürfe haltlos sind. Damit bestätigen sich die Vermutungen, die bereits zuvor in der Hauptstadtpresse und unter Fachleuten kursierten: Es lag kein Vandalismus vor, sondern ein massives Versagen bei der Ausführung der Bauarbeiten.

Die eingesetzte Baufirma, die laut Berichten ohne vorherige Ausschreibung den Auftrag erhalten hatte, soll die Epoxidharz-Grundierung sowie die wasserfeste Farbschicht unsachgemäß und unter Zeitdruck aufgetragen haben. Infolgedessen löste sich die Beschichtung großflächig ab und trieb als Fetzen im Wasser. Der beschuldigte David Hearn hatte lediglich versucht, ein solches Stück der losen Farbe als Andenken aus dem Becken zu fischen – eine Handlung, die fälschlicherweise als vorsätzliche Sachbeschädigung ausgelegt wurde.

Politische Folgen und juristische Konsequenzen

Die geplatzte Anklage hat im Weißen Haus zu einem internen Schuldzuweisungs-Karussell geführt. US-Präsident Trump kritisierte Staatsanwältin Pirro scharf und warf ihr vor, bei den Gerichtsverhandlungen vorzeitig aufgegeben zu haben. Gleichzeitig steht Innenminister Doug Burgum, der für die Renovierungsarbeiten verantwortlich zeichnet, unter Druck.

Für den zu Unrecht beschuldigten David Hearn hat der Vorfall ein juristisches Nachspiel. Sein Anwalt kündigte eine Klage auf Wiedergutmachung an. Dabei soll es nicht nur um die persönliche Rehabilitierung gehen, sondern auch um eine grundsätzliche Kritik an Ermittlungsverfahren, die laut der Verteidigung aus rein politischen Motiven und ohne tragfähige Beweise geführt werden.

Wie geht es weiter am Lincoln Memorial?

Die unmittelbare Konsequenz für das Stadtbild ist eine erneute Baustelle. Das Wasser im Reflecting Pool wurde abgelassen, um die fehlerhaften Arbeiten ein zweites Mal in diesem Jahr zu korrigieren. Ob und wann die Sanierung erfolgreich abgeschlossen werden kann, bleibt offen. Die Ereignisse werfen zudem Fragen über die Vergabe öffentlicher Aufträge und die Professionalität bei der Instandhaltung nationaler Denkmäler auf. Für die Regierung stellt der Vorfall eine erhebliche Belastung dar, da das Projekt ursprünglich als Symbol für die Stärke und Einheit der Nation gedacht war, nun jedoch als Sinnbild für interne Zerwürfnisse und handwerkliche Mängel wahrgenommen wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-skyline-gebaude-bau-18418236/ · Foto: Marcus Lenk
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/reflecting-pool-pfusch-100.html