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85.000 Besucher bei Bad Hersfelder Jubiläums-Festspielen
Regional · 17.08.2026 19:02

85.000 Besucher bei Bad Hersfelder Jubiläums-Festspielen

Kurz: Die 75. Jubiläumssaison der Bad Hersfelder Festspiele endet mit 85.755 Zuschauern und einer positiven Bilanz unter der neuen Intendantin Elke Hesse.

Ein erfolgreicher Jubiläumssommer in der Stiftsruine

Die 75. Bad Hersfelder Festspiele haben ihren feierlichen Abschluss gefunden. Mit einer großen Gala am Sonntagabend endete eine Spielzeit, die für die Stadt und die Festspielleitung gleichermaßen von großer Bedeutung war. Insgesamt 85.755 Besucher strömten in die historische Stiftsruine, um die verschiedenen Inszenierungen des renommierten Freilicht-Theaterfestivals zu erleben. Die neue Intendantin Elke Hesse, die mit dieser Saison an ihre frühere Wirkungsstätte zurückkehrte, konnte eine beachtliche Auslastung von 88,2 Prozent vermelden. Damit zieht das Festival ein überaus positives Fazit, sowohl in künstlerischer Hinsicht als auch bei der Resonanz des Publikums. Die Erwartungen an das Jubiläumsjahr waren hoch, zumal die Rückkehr von Hesse auf den Chefposten mit der Hoffnung auf frische Impulse verbunden war. Die Verantwortlichen zeigten sich nach dem Ende der Vorstellungen sehr zufrieden mit dem Verlauf der Saison, die Ende Juni mit der Premiere des Stücks „Parzival“ ihren Anfang nahm und über die Sommermonate hinweg zahlreiche Gäste aus der gesamten Region und darüber hinaus in die Festspielstadt lockte.

Zahlen, Namen und Auszeichnungen im Detail

Neben der reinen Besucherzahl von 85.755 Menschen und der Auslastungsquote von 88,2 Prozent prägten zahlreiche personelle Highlights und Preisverleihungen das Bild der Saison. Der Große Hersfeldpreis ging in diesem Jahr an Thieß Brammer, der in der Neu-Inszenierung von „Parzival“ die Titelrolle verkörperte und bei seinem Debüt auf der großen Bühne der Stiftsruine das Publikum überzeugte. Ebenfalls geehrt wurde Uriel Jung, der den Hersfeldpreis 2026 für seine beeindruckende Wandlungsfähigkeit erhielt; er glänzte sowohl im „Parzival“-Ensemble als auch im Familienstück „Pippi Langstrumpf“. Ein besonderer Höhepunkt der Abschluss-Gala war die Vergabe des Zuschauerpreises an den Musical-Darsteller Riccardo Greco. Er hatte sich in den vorangegangenen Wochen durch eine Publikumsbefragung als Favorit herauskristallisiert. Greco, der im Musical „Something Rotten“ die Rolle des William Shakespeare als selbstverliebten Schönling interpretierte, nahm den Preis in Form eines speziell angefertigten Rings entgegen, der von dem Bad Hersfelder Goldschmied Matthias Laufer-Klitsch entworfen wurde. Diese Auszeichnungen unterstreichen die künstlerische Vielfalt, die das Programm in diesem Jahr bot.

Der Weg zum Jubiläum und die finanzielle Komponente

Die 75. Saison stand unter dem Zeichen eines besonderen Jubiläums, das die Erwartungen an die künstlerische Qualität und die organisatorische Durchführung steigerte. Ein zentraler Aspekt der Festspiele ist stets die Finanzierung, die bei einem Etat von 7,6 Millionen Euro eine präzise Planung erfordert. Die Auslastungszahlen sind hierbei entscheidend, da eine geringere Ticketnachfrage direkt den Zuschussbedarf der Stadt Bad Hersfeld erhöht. Da sich die Stadt Berichten zufolge derzeit in einer finanziell angespannten Lage befindet, war der wirtschaftliche Erfolg der Spielzeit von hoher Relevanz. Im Vergleich zum Vorjahr, als unter der Leitung von Joern Hinkel mehr als 100.000 Zuschauer bei einer Auslastung von 85 Prozent verzeichnet wurden, ist die diesjährige Bilanz aufgrund der kürzeren Spieldauer und der geringeren Anzahl an Aufführungen nur bedingt vergleichbar. Dennoch wertet die Stadtverwaltung den Verlauf als Erfolg. Die endgültige finanzielle Bilanz, die erfahrungsgemäß erst einige Zeit nach dem Saisonende vorliegt, wird zeigen, wie sich die Einnahmen im Detail auf die städtischen Haushalte auswirken werden.

Akteure und Institutionen im Fokus

Die personelle Aufstellung der Festspiele war in diesem Jahr von besonderem Interesse. Bürgermeisterin Anke Hofmann (parteilos) betonte in einer offiziellen Mitteilung den „Theatersommer voller Höhepunkte“ und dankte der Intendantin Elke Hesse ausdrücklich für deren Arbeit. Für die Wienerin Hesse war es die erste Saison ihrer zweiten Amtszeit, die sie als „unglaubliche Wochen“ beschrieb. Sie hob dabei die Leistung des gesamten Ensembles hervor. Neben der künstlerischen Leitung gab es jedoch auch Veränderungen im administrativen Bereich. Der kaufmännische Leiter Bernd Hämmelmann kündigte an, die Festspiele zum Ende des Jahres aus persönlichen Gründen zu verlassen. Zudem trennte sich die Festspielleitung während der laufenden Saison vom langjährigen Technischen Leiter Dietmar Wolf. Während diese Abgänge in der Öffentlichkeit für Spekulationen über eine mögliche Unruhe hinter den Kulissen sorgten, bewerteten Intendantin Hesse und Bürgermeisterin Hofmann die Vorgänge als normale Fluktuation, wie sie in einem Betrieb dieser Größe vorkommen könne.

Einordnung der Entwicklungen

Einzuordnen ist das diesjährige Festival als eine Phase des Umbruchs und der Konsolidierung. Die Rückkehr von Elke Hesse als Intendantin sollte nach den Berichten zufolge für Kontinuität sorgen, während gleichzeitig neue Konzepte wie das Community-Projekt „HERZfeld Wir26“ implementiert wurden. Dieses Projekt, das Aktivitäten wie gemeinsames Singen, Lesen und Handarbeiten umfasste, zielte darauf ab, die Bindung zwischen der Bevölkerung von Bad Hersfeld und dem Theaterfestival zu intensivieren. Den Berichten zufolge zeigt dies den Wunsch der Intendantin, Kultur stärker als gesellschaftliches Bindeglied zu etablieren. Die personellen Wechsel in den Schlüsselpositionen der kaufmännischen und technischen Leitung könnten als Versuch gewertet werden, die internen Strukturen neu auszurichten, auch wenn dies nach außen hin als normale Fluktuation kommuniziert wird. Die hohe Auslastung von über 88 Prozent deutet darauf hin, dass das Publikum trotz der personellen Veränderungen und der organisatorischen Anpassungen dem Festival weiterhin die Treue hält und die künstlerische Qualität der Inszenierungen schätzt.

Offene Fragen und verbleibende Lücken

Trotz der ausführlichen Bilanz bleiben einige Fragen unbeantwortet. So nennt der Quelltext keine konkreten Nachfolger für die ausscheidenden Führungskräfte Bernd Hämmelmann und Dietmar Wolf. Es bleibt unklar, wer diese Schlüsselpositionen ab der kommenden Spielzeit übernehmen wird und ob dies Auswirkungen auf die strategische Ausrichtung der Festspiele haben könnte. Ebenso fehlen detaillierte Informationen zur aktuellen finanziellen Gesamtsituation der Stadt Bad Hersfeld und wie genau sich der Zuschussbedarf nach dieser Saison im Vergleich zu den Vorjahren konkret beziffern lässt. Auch über die genauen Gründe für die vorzeitige Trennung vom Technischen Leiter Dietmar Wolf während der laufenden Spielzeit schweigt sich der Bericht aus, was Raum für Interpretationen lässt. Die langfristigen Folgen der personellen Umstrukturierungen auf die Stabilität der Festspielorganisation sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar und werden erst in den kommenden Monaten durch offizielle Ankündigungen geklärt werden müssen.

Der Blick nach vorne: Die 76. Saison

Die Planungen für die Zukunft laufen bereits auf Hochtouren. Ein ungewöhnlich früher Termin wurde bereits kommuniziert: Bereits am 1. September soll das Programm für die 76. Saison im kommenden Sommer der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dieser Schritt kurz nach dem Ende der aktuellen Spielzeit unterstreicht den Willen der Verantwortlichen, den Schwung des Jubiläumsjahres direkt in die nächste Saison mitzunehmen. Damit soll sichergestellt werden, dass das Interesse am Theaterfestival in Bad Hersfeld auch über die Wintermonate hinweg bestehen bleibt. Die frühzeitige Bekanntgabe des Spielplans dient zudem dazu, Planungssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen und die Vorfreude bei den Zuschauern zu wecken. Ob das Konzept der Community-Projekte, das in diesem Jahr erfolgreich eingeführt wurde, in der kommenden Saison fortgesetzt oder weiter ausgebaut wird, bleibt abzuwarten. Die Festspiel-Leitung steht nun vor der Aufgabe, die personellen Lücken zu schließen und die künstlerische Qualität auf dem hohen Niveau des Jubiläumsjahres zu halten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/charmanter-europaischer-innenhof-mit-historischer-architektur-33180157/ · Foto: Sergej *****
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-85-000-besucher-bei-bad-hersfelder-jubilaeums-festspielen-100.html