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500 Meter Kupferkabel von Melsunger Umspannwerk gestohlen: Kriminalpolizei bittet um Hinweise
Regional · 22.10.2026 11:11

500 Meter Kupferkabel von Melsunger Umspannwerk gestohlen: Kriminalpolizei bittet um Hinweise

Kurz: Unbekannte Täter haben bei Melsungen 500 Meter Kupferkabel von einem Umspannwerk gestohlen. Die Polizei sucht nun dringend nach Zeugen des Vorfalls.

Ein massiver Diebstahl im Schwalm-Eder-Kreis

Im Schwalm-Eder-Kreis ist es zu einem erheblichen Kriminalitätsereignis gekommen, das die Energieinfrastruktur betrifft. Wie das Polizeipräsidium Nordhessen mitteilte, haben bislang unbekannte Täter ein Umspannwerk in der Nähe von Melsungen ins Visier genommen. Die Diebe verschafften sich gewaltsam Zutritt zu dem umzäunten Gelände und entwendeten dort in großem Stil Kupferkabel. Der Vorfall ereignete sich in einem Zeitfenster zwischen Dienstagnachmittag und dem darauffolgenden Mittwochvormittag. Die Tat wurde erst im Nachhinein bemerkt, nachdem die Täter das Gelände bereits verlassen hatten. Der Abtransport der massiven Menge an Kupfer deutet auf eine gezielte Planung und die Verwendung entsprechender Transportmittel hin. Die Kriminalpolizei in Kassel hat die Ermittlungen aufgenommen und wertet den Vorfall als schwerwiegenden Eingriff in die Sicherheit der technischen Anlagen. Die Ermittler stehen nun vor der Herausforderung, die Spurenlage zu sichern und mögliche Zeugen zu finden, die im Bereich der Obermelsunger Straße verdächtige Beobachtungen gemacht haben könnten.

Die Details zum Tatablauf und zur Beute

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden fand der Diebstahl im Zeitraum zwischen Dienstag, dem 21. Oktober 2026, um 15:00 Uhr und Mittwoch, dem 22. Oktober 2026, um 10:00 Uhr statt. Das betroffene Umspannwerk befindet sich an einem abgelegenen Feldweg, der eine direkte Verlängerung der Obermelsunger Straße in Melsungen darstellt. Um auf das Gelände zu gelangen, schnitten die Unbekannten den Sicherheitszaun auf, der das Areal vor unbefugtem Zutritt schützen soll. Im Inneren des Werksgeländes hatten sie es offenbar gezielt auf eine dort gelagerte Rolle abgesehen. Von dieser Rolle wickelten die Täter nahezu 500 Meter Kupferkabel ab. Aufgrund der schieren Menge und des Gewichts des Metalls gehen die Beamten davon aus, dass die Täter für den Abtransport ein größeres Fahrzeug benutzt haben müssen. Nachdem sie das Diebesgut verladen hatten, flüchteten sie in eine bislang unbekannte Richtung. Die Kriminalpolizei Kassel bittet nun die Bevölkerung um Mithilfe. Zeugen, die im relevanten Zeitraum verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Umfeld des Umspannwerks gesehen haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0561-9100 bei der Polizei zu melden.

Hintergrund und bisheriger Verlauf

Das betroffene Umspannwerk liegt in einer eher ruhigen Lage, was den Tätern vermutlich bei der ungestörten Durchführung ihres Vorhabens in die Hände spielte. Die Wahl des Tatorts an einem Feldweg in der Verlängerung der Obermelsunger Straße lässt darauf schließen, dass die Täter den Ort zuvor ausgekundschaftet haben könnten. Kupfer ist als Rohstoff auf dem Schwarzmarkt sehr begehrt, was solche Anlagen regelmäßig zu Zielen für Diebesbanden macht. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass der Diebstahl nicht spontan, sondern mit einer gewissen Vorbereitung erfolgte, da das Abwickeln und Verladen von 500 Metern Kabel eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt und nicht ohne geeignetes Werkzeug oder Hilfsmittel möglich ist. Bisher liegen keine Informationen über weitere Sachbeschädigungen am Umspannwerk vor, abgesehen von dem zerschnittenen Zaun, der als Zugang diente. Die Ermittler prüfen nun, ob es in der Umgebung weitere Vorfälle gegeben hat oder ob Fahrzeuge aufgefallen sind, die nicht in das übliche Bild der Anwohner oder Landwirte passen, die diese Wege regelmäßig nutzen.

Die beteiligten Institutionen und Ansprechpartner

Die Federführung in diesem Fall liegt bei der Kriminalpolizei in Kassel, die für die weiteren Ermittlungen zuständig ist. Als offizieller Ansprechpartner des Polizeipräsidiums Nordhessen fungiert der Pressesprecher Daniel Kalus-Nitzbon. Er koordiniert die Pressearbeit und stellt sicher, dass die Öffentlichkeit über den Stand der Ermittlungen informiert bleibt. Für dringende Hinweise, die außerhalb der üblichen Bürozeiten eingehen, ist der Polizeiführer vom Dienst (PvD) unter der zentralen Rufnummer des Polizeipräsidiums erreichbar. Die Polizei betont die Wichtigkeit von Zeugenaussagen, da diese oft entscheidende Hinweise auf die Tätergruppierung oder das verwendete Fluchtfahrzeug liefern können. Die Behörde arbeitet mit Hochdruck daran, die Identität der Täter zu klären und den Verbleib des gestohlenen Kupfers zu ermitteln. Die Zusammenarbeit mit den Betreibern der Anlage ist dabei essenziell, um den genauen Umfang des Schadens zu beziffern und die Sicherheitsvorkehrungen für die Zukunft neu zu bewerten.

Einordnung und offene Fragen

Einzuordnen ist dieser Vorfall als ein gezielter Diebstahl von Buntmetall, der die Energieinfrastruktur gefährden kann. Den Berichten zufolge ist der Abtransport von 500 Metern Kupferkabel ein logistischer Aufwand, der auf eine organisierte Vorgehensweise hindeutet. Dennoch bleiben zahlreiche Fragen offen, die der aktuelle Ermittlungsstand noch nicht beantworten kann. So ist beispielsweise unklar, ob die Täter bei ihrem Vorgehen gestört wurden oder ob sie den Tatort unbehelligt verlassen konnten. Auch die genaue Anzahl der beteiligten Personen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unbekannt. Ebenso gibt es keine Angaben darüber, ob die Stromversorgung durch den Diebstahl beeinträchtigt wurde oder ob es sich um Kabel handelte, die aktuell nicht in Betrieb waren. Die Polizei konnte bisher auch keine Hinweise auf den Verbleib der Beute geben, da der Schwarzmarkt für Kupferkabel oft überregional agiert. Es bleibt abzuwarten, ob die Auswertung von Spuren am Tatort oder mögliche Videoaufzeichnungen aus der Umgebung weitere Anhaltspunkte liefern können, um die Täter zu identifizieren und den Diebstahl aufzuklären.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/polizeibeamte-untersuchen-fahrzeug-im-stadtischen-umfeld-39150120/ · Foto: Martijn Stoof
Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/44143/6376032